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Warum dieser vegane Zitronenkuchen ohne Ei gelingt

Ein Zitronenkuchen ohne Ei klingt nach Verzicht, schmeckt aber nicht danach. Der Grund liegt im Aufbau des Rührteigs: Das Ei hat darin drei Aufgaben, und für jede gibt es eine pflanzliche Lösung. Es bindet Flüssigkeit, es stützt die Krume, und es bringt Fett mit. Aquafaba übernimmt das Binden, Sojajoghurt liefert Feuchtigkeit, das Öl ersetzt das Fett der Butter. Veganer Zitronenkuchen braucht deshalb keine Ersatzzutat aus der Tüte.

Der Teig ist in fünfzehn Minuten angerührt. Du brauchst eine Kastenform, eine Schüssel und ein Handrührgerät, keinen Kühlschrank-Teig und kein Warten. Danach übernimmt der Ofen.

Wer den klassischen Kuchen mit Ei backen möchte, findet ihn in meinem Rezept für saftigen Zitronenkuchen. Und wenn du nur die Butter weglassen willst, nimm meinen Zitronenkuchen mit Joghurt.

Ein Hinweis vorab: Nimm Joghurt und Sojamilch eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Kalte Zutaten binden schlechter, und der Teig gerinnt leichter.

Was ist ein veganer Zitronenkuchen?

Ein veganer Zitronenkuchen ist ein Rührteigkuchen ohne Ei, Butter und Milch, der mit Zitronenabrieb, Zitronensaft und einer Glasur aus Puderzucker sein Aroma bekommt. Der Teig wird mit Aquafaba, Sojajoghurt, Apfelmus oder Leinsamen zusammengehalten.

Warum heißt er Zitronenkuchen und nicht einfach Rührkuchen? Weil die Zitrone hier drei Rollen spielt: Der Abrieb liefert das Aroma, der Saft die Säure, und diese Säure ist die Voraussetzung dafür, dass Natron und Backpulver den Teig heben. Ohne Zitronensaft bleibt ein veganer Teig flach.

Ein Kuchen vom Blech ist flach und in 30 Minuten fertig, ein Kuchen aus der Kastenform ist hoch und braucht länger im Ofen. Beide Varianten stehen weiter unten.

Vegan backen ohne Ei: Was die Krume zusammenhält

Aquafaba bindet und schlägt Luft ein. Aquafaba ist das Wasser aus einer Dose Kichererbsen. Es enthält Eiweiß und Saponine, deshalb lässt es sich aufschlagen und hält Wasser wie Eiweiß. Drei Esslöffel ersetzen ein Ei (zuckerjagdwurst.com).

Sojajoghurt bringt Feuchtigkeit und Säure. Er enthält Fett, Wasser und Eiweiß aus der Sojabohne, dazu Milchsäure. Das Eiweiß stützt die Krume, die Säure startet das Triebmittel.

Apfelmus und Leinsamen binden auf andere Weise. Apfelmus bringt Pektin mit, das Wasser hält, Leinsamen bildet beim Quellen einen Schleim, der den Teig zusammenhält. Beide passen in Varianten, in denen die Krume fester werden darf.

Natron braucht Säure. Natron und Backpulver heben den Teig nur, wenn eine Säure vorhanden ist. Bei einem veganen Rührteig fällt die Säure des Eis weg, deshalb nimmst du beide Triebmittel und dazu den Zitronensaft (backenmachtgluecklich.de).

Öl hält die Krume länger weich. Öl bleibt auch nach dem Backen flüssig und umschließt die Mehlpartikel. Deshalb schmeckt ein veganer Zitronenkuchen mit Öl am zweiten Tag oft saftiger als am ersten.

Veganer Zitronenkuchen backen: Schritt für Schritt

Kurzüberblick

Veganer Zitronenkuchen fängt mit Öl, Joghurt und Aquafaba an: verrühren, dann den Zucker einrühren, das Mehl unterheben und zum Schluss die Zitronen hinzufügen. Backen bei 180 °C, danach die Glasur auf den kalten Kuchen. Schwierigkeit leicht, Kastenform 30 cm, zwölf Stücke.

Rezeptkarte

AngabeWert
Vorbereitungszeit15 Minuten
Backzeit50 Minuten
Gesamtzeit mit Glasuretwa 1 Stunde 45 Minuten
Ergibt12 Stücke
FormKastenform, 30 cm Länge
Backtemperatur180 °C Ober-/Unterhitze (356 °F)
Umluft160 °C (320 °F)
Schwierigkeiteinfach
KategorieKuchen, Rührteigkuchen, vegan
KücheDeutsch, vegan

Zutaten

Für den Teig

  • 300 g Weizenmehl Type 405
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • ½ TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • 120 ml geschmacksneutrales Öl
  • 120 ml Sojamilch
  • 120 g Sojajoghurt
  • 90 ml Aquafaba, das Wasser aus der Kichererbsendose
  • Abrieb von 2 Bio-Zitronen
  • 60 ml frisch gepresster Zitronensaft

Für die Glasur

  • 150 g Puderzucker, gesiebt
  • 3 bis 4 EL Zitronensaft

Nährwerte pro Stück, Circa-Angaben und gerundet: etwa 330 kcal, 12 g Fett, 52 g Kohlenhydrate, 3 g Eiweiß, 1 g Ballaststoffe. Die Werte sind Schätzungen auf Basis der Zutaten und keine Nährwertberatung.

Hinweis zu den Zutaten: Puderzucker ist in Deutschland in der Regel vegan, prüfe trotzdem die Zutatenliste. Statt Sojamilch funktioniert Hafermilch, dann wird die Krume etwas fester. Statt Sojajoghurt nimm Kokosjoghurt, wenn du Soja meiden willst.

Zutaten für veganen Zitronenkuchen: Öl, Sojamilch, Sojajoghurt, Aquafaba und zwei Zitronen

Zubereitung

  1. Backofen vorheizen. Heize den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft vor und fette eine Kastenform 30 cm ein. Stäube sie mit Mehl aus.
  2. Zitronen vorbereiten. Wasche die Zitronen heiß, reibe die Schale mit einer Zitronenzeste-Reibe fein ab und presse 60 ml Saft aus. Reibe nur die gelbe Schale, die weiße Albedo schmeckt bitter.
  3. Aquafaba aufschlagen. Schlage das Aquafaba mit dem Handrührgerät zwei bis drei Minuten auf, bis es leicht schäumt. So bindet es besser.
  4. Flüssige Zutaten verrühren. Rühre Öl, Sojamilch, Sojajoghurt und den Zucker mit einer Küchenmaschine glatt. Der Zucker muss sich nicht auflösen.
  5. Trockene Zutaten mischen. Mische Mehl, Backpulver, Natron und Salz in einer zweiten Schüssel.
  6. Teig zusammenfügen. Hebe die Mehlmischung mit einem Teigschaber unter die flüssigen Zutaten, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Rühre zum Schluss das aufgeschlagene Aquafaba, den Abrieb und den Zitronensaft kurz ein.
  7. Teig einfüllen. Fülle den Teig in die Kastenform und streiche die Oberfläche glatt. Klopfe die Form einmal leicht auf, damit große Luftblasen aufsteigen.
  8. Backen. Backe den Kuchen 50 Minuten bei 180 °C (356 °F) und deck ihn nach 35 Minuten locker mit Alufolie ab. Fertig ist er, wenn die Stäbchenprobe aus der Mitte trocken herauskommt.
  9. Auskühlen lassen. Lass den Kuchen 15 Minuten in der Form stehen, dann stürze ihn auf ein Gitterrost. Schneide ihn erst an, wenn er kalt ist.
  10. Glasur anrühren. Rühre den gesiebten Puderzucker mit drei bis vier Esslöffeln Zitronensaft glatt. Sie muss dickflüssig sein, dann bleibt sie stehen. Gib sie auf den kalten Kuchen.
Veganer Zitronenkuchen anrühren und mit Zitronenglasur bestreichen, Schritt für Schritt

Die 5 besten Varianten für veganen Zitronenkuchen

Variante 1: Der Klassiker mit Aquafaba

Veganer Zitronenkuchen in der Grundform: Öl, Sojajoghurt und Aquafaba, gebacken in der Kastenform. Er hat die feinporigste Krume und schmeckt am zweiten Tag am besten. Backzeit 50 Minuten bei 180 °C.

Variante 2: Mit Apfelmus und weniger Zucker

Apfelmus bindet und bringt Fruchtigkeit, deshalb brauchst du weniger Zucker. Du brauchst: die Zutaten aus dem Grundrezept, aber 150 g Apfelmus statt Aquafaba und nur 150 g Zucker. So geht’s: Apfelmus unter die flüssigen Zutaten rühren, Teig wie oben fertigstellen, 50 bis 55 Minuten backen. Der Kuchen wird kompakter und schmeckt nach Apfel.

Variante 3: Mit Leinsamen-Ei

Leinsamen binden über ihren Schleim und bringen Ballaststoffe mit. Du brauchst: die Zutaten aus dem Grundrezept, aber 2 EL geschrotete Leinsamen mit 6 EL Wasser statt Aquafaba und 60 ml weniger Sojamilch. So geht’s: Leinsamen mit dem Wasser zehn Minuten quellen lassen, dann unter die flüssigen Zutaten rühren. Backzeit 55 Minuten, danach 15 Minuten in der Form stehen lassen, sonst bricht die Krume.

Variante 4: Glutenfrei mit Mandelmehl

Mandelmehl bringt Fett mit, Reismehl und Speisestärke ersetzen das Weizenmehl. Du brauchst: 150 g Mandelmehl, 150 g Reismehl, 50 g Speisestärke und 1 TL Johannisbrotkernmehl statt des Weizenmehls, dazu 180 ml Sojamilch. So geht’s: alles wie im Grundrezept verrühren und bei 165 °C 55 bis 60 Minuten backen. Der Kuchen wird saftig und dichter, das Johannisbrotkernmehl hält ihn zusammen.

Variante 5: Als Blechkuchen mit Zitronenglasur

Für eine große Runde verteilst du denselben Teig auf dem Backblech. Du brauchst: den Teig aus dem Grundrezept, dazu 200 g Puderzucker und 4 EL Zitronensaft für die Glasur. So geht’s: Teig auf ein Blech 40 × 35 cm streichen, bei 180 °C 25 bis 30 Minuten backen, auskühlen lassen und mit der Glasur bestreichen. Ergibt 24 Stücke.

Ein Stück veganer Zitronenkuchen mit Glasur auf einem Teller, daneben eine Tasse Tee

Was passt zu veganem Zitronenkuchen?

Ein veganer Zitronenkuchen schmeckt am besten bei Zimmertemperatur, dann tritt das Aroma der Schale am deutlichsten hervor.

  • Schwarztee – sein herber Körper hält gegen die Säure.
  • Filterkaffee – milde Röstnoten, ein ruhiger Gegensatz.
  • Haferlatte – mild und klassisch, beliebt bei Kindern.

Als Dessert passt veganes Vanilleeis oder Sojasahne, im Sommer sind frische Beeren die beste Begleitung.

Veganer Zitronenkuchen ohne Ärger: Profi-Tipps

Veganer Zitronenkuchen verzeiht keine ungenauen Mengen.

Typische Fehler

  • Der Kuchen bleibt innen feucht. Zu viel Flüssigkeit oder zu früh aus der Form geholt. Prüfe mit dem Stäbchen in der Mitte und lass ihn 15 Minuten stehen.
  • Der Kuchen wird trocken. Zu lange gebacken oder zu viel Mehl. Wiege ab und deck ihn nach 35 Minuten ab.
  • Der Kuchen schmeckt bitter. Schuld ist die weiße Haut unter der Schale. Reibe mit leichtem Druck und dreh die Zitrone dabei.
  • Der Teig gerinnt. Kalte Zutaten oder zu schnelles Zugeben.
  • Die Glasur läuft weg. Zu viel Flüssigkeit. Gib den Zitronensaft esslöffelweise dazu.

Zutaten austauschen

Für eine ölfreie Version nimm 120 g Apfelmus statt des Öls, dann wird die Krume fester. Für eine Version ohne Soja nutze Hafermilch und Kokosjoghurt. Achte bei der Glasur darauf, dass der Puderzucker keine tierischen Zusätze enthält.

Höhe und Luftfeuchtigkeit

In höher gelegenen Gebieten wie dem Bayerischen Wald braucht der Teig länger zum Aufgehen, daher solltest du die Backzeit um fünf Minuten verlängern.An drückend heißen Tagen backe ihn zwei Minuten länger und lass ihn abkühlen, bevor du die Glasur aufträgst.

Veganer Zitronenkuchen aufbewahren und einfrieren

Bei Zimmertemperatur. In einer gut schließenden Kuchenbox hält ein veganer Zitronenkuchen drei bis vier Tage. Lege ein Stück Backpapier zwischen den Kuchen und den Deckel, so bleibt die Glasur sauber.

Im Kühlschrank. Bei warmem Wetter hält Veganer Zitronenkuchen dort bis zu fünf Tage. Nimm die Stücke zwanzig Minuten vor dem Servieren heraus, Kälte nimmt dem Aroma die Spitze.

Im Gefrierfach. Schneide den Kuchen in Stücke, wickle sie einzeln in Frischhaltefolie und danach in Alufolie, so halten sie bis zu drei Monate. Am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen.

LagerungMit GlasurOhne Glasur
Zimmertemperatur3 bis 4 Tage4 bis 5 Tage
Kühlschrankbis 5 Tagebis 6 Tage
Gefrierfachbis 3 Monatebis 3 Monate

Häufige Fragen zum veganen Zitronenkuchen

Womit ersetze ich die Eier im veganen Zitronenkuchen?

Drei Esslöffel Aquafaba ersetzen ein Ei, ebenso drei Esslöffel Apfelmus. Ein Esslöffel geschrotete Leinsamen zusammen mit drei Esslöffeln Wasser ergeben ein Leinsamen-Ei. Im Grundrezept übernimmt Aquafaba die Rolle des Eis, Apfelmus und Leinsamen kommen in den Varianten zum Einsatz.

Warum wird mein veganer Zitronenkuchen trocken?

Meist war zu viel Mehl im Teig oder die Backzeit zu lang. Wiege das Mehl ab, prüfe mit dem Stäbchen in der Mitte und deck den Kuchen nach 35 Minuten mit Alufolie ab. Öl und Sojajoghurt sorgen dafür, dass die Krume weich bleibt, daher sind beide unverzichtbar.

Welche pflanzliche Milch eignet sich am besten?

Veganer Zitronenkuchen gelingt mit Sojamilch am besten, weil ihr Eiweiß die Krume stützt. Hafermilch funktioniert ebenfalls, der Kuchen wird etwas fester. Mandel- und Reismilch sind dünner, dann brauchst du zehn Gramm mehr Mehl.

Ist Puderzucker vegan?

In Deutschland besteht Puderzucker aus Zucker und Stärke und ist in der Regel vegan. Prüfe trotzdem die Zutatenliste, denn einzelne Hersteller mischen Zusätze bei. Für die Glasur brauchst du nur Puderzucker und Zitronensaft, also keine Butter und keine Sahne.

Kann man veganen Zitronenkuchen einfrieren?

Ja, bis zu drei Monate. Schneide ihn vorher in Stücke und wickle sie einzeln in Frischhaltefolie und Alufolie. Am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen. Die Glasur kann beim Auftauen leicht glänzen, der Geschmack bleibt gleich.

Kann ich den Kuchen am Vortag backen?

Ja, und er schmeckt am zweiten Tag oft besser, weil sich das Aroma setzt. Backe ihn einen Tag vorher, lasse ihn abkühlen und bewahre ihn in einer Dose auf. Die Glasur kommt erst am Serviertag darauf, sonst wird sie weich.

Veganer Zitronenkuchen selbst backen: dein Fazit

Fünf Varianten, ein Prinzip: Aquafaba, Joghurt und Öl übernehmen die Rolle des Eis, und der Zitronensaft aktiviert das Triebmittel.Veganer Zitronenkuchen ist damit kein Kompromiss, sondern ein Kuchen, den du in fünfzehn Minuten anrührst und der mehrere Tage saftig bleibt.

Wenn dir das Rezept gelungen ist, lass gern eine Sternebewertung und einen Kommentar da. Und jetzt die Frage an dich: Welche der fünf Varianten probierst du zuerst?

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