Ein Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf ist die Kranzform des deutschen Klassikers: ein dunkler Rührteig mit Kakao, Sauerkirschen und Kirschwasser, gebacken in der typischen Gugelhupfform und anschließend mit Schokoglasur überzogen.
Der Gugelhupf selbst ist ein Napfkuchen aus Rührmasse, Biskuitmasse oder Hefeteig. Gebacken wird er in einer hohen Kranzform mit kaminartiger Öffnung in der Mitte, die den Teig gleichmäßiger gart als eine flache Form (Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Gugelhupf)).
Diese Öffnung ist der eigentliche Trick: Weil die Hitze auch von innen an den Teig kommt, wird der Kern genauso gar wie der Rand. Genau deshalb gelingt ein schwerer Kakaoteig in der Kranzform besser als in einer Springform.
Bekannt ist der Gugelhupf vor allem in Österreich, in Süddeutschland, im Elsass und in der Schweiz. In der Biedermeierzeit galt er im Bürgertum geradezu als Statussymbol, und bis heute wird er gern zum Geburtstag gebacken.
In den USA heißt ein Kuchen aus dieser Form Bundt-Cake. Wer im Urlaub über einen Bundt-Cake-Pan stolpert, findet dort also dieselbe Backform.
Warum Kirschwasser und Sauerkirschen zusammengehören
Kirschwasser ist ein klarer Obstbrand aus Sauerkirschen. Er aromatisiert den Teig, ohne ihn zu verwässern, weil nur wenige Esslöffel nötig sind.
Die Sauerkirschen liefern die Säure, die den süßen Kakaoteig ausbalanciert. Abgetropft und leicht mit Mehl bestäubt sinken sie beim Backen nicht auf den Boden, sondern bleiben über die Höhe verteilt.
Wer keinen Alkohol möchte, ersetzt das Kirschwasser durch den aufgefangenen Kirschsaft. Der Kuchen bleibt saftig, wird aber milder im Aroma.
Warum dieses Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf-Rezept überzeugt
Eine Form statt drei Schichten. Die klassische Torte verlangt drei Böden, zwei Cremeschichten und viel Geduld. Der Gugelhupf braucht eine Form und einen Backvorgang.
Saftig ohne Buttercreme. Die Kirschen und das Kirschwasser halten den Teig feucht. Du brauchst keine Füllung, damit er saftig bleibt.
Gute Haltbarkeit. Ein Gugelhupf bleibt in einer Dose mehrere Tage frisch, weil die kompakte Form weniger Oberfläche hat als ein flacher Blechkuchen.
Für Gäste geeignet. Rund 12 Stücke kommen bei der Kaffeetafel gut an, und der Kranz sieht auf dem Tisch mehr nach Festtag aus als ein Blech.
Anfängerfreundlich. Wer noch nie gestürzt ist, lernt hier den einzigen kritischen Moment kennen: 10 Minuten warten, dann lösen.
Für dunkle Teige lohnt sich zusätzlich ein Blick in unser Schokoladenkuchen-Rezept, wenn du den Kakaoanteil variieren möchtest.
Schwarzwaelder-Kirsch-Gugelhupf
Saftiger Schokoladen-Gugelhupf mit Sauerkirschen und einem Schuss Kirschwasser, überzogen mit Zartbitterkuvertüre. Ein einfacher Rührkuchen mit dem Geschmack der Schwarzwälder Kirschtorte.
Zweite Schüssel [Zum Mischen der trockenen Zutaten]
Handmixer oder Küchenmaschine [Zum Aufschlagen der Butter etwa 5 Minuten
Methode
Schritt 1: Backofen auf 175 °C (347 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Gugelhupfform mit Butter einfetten und mit Mehl bestäuben.
Schritt 2: Sauerkirschen abtropfen lassen und mit einem Esslöffel Mehl bestäuben, damit sie im Teig nicht absinken.
Schritt 3: Butter, Zucker und Vanillezucker etwa 5 Minuten hell und cremig aufschlagen.
Schritt 4: Die Eier einzeln einrühren und jedes Ei erst vollständig aufnehmen lassen.
Schritt 5: Mehl, Backkakao, Backpulver und Salz in einer zweiten Schüssel mischen.
Schritt 6: Mehlmischung und Milch abwechselnd unter die Buttermasse rühren, bis ein glatter Teig entsteht.
Schritt 7: Kirschwasser einrühren und den Teig kurz aufschlagen, damit sich das Aroma verteilt.
Schritt 8: Die abgetropften Kirschen mit einem Teigschaber vorsichtig unterheben.
Schritt 9: Den Teig in die vorbereitete Form füllen und die Oberfläche glattstreichen.
Schritt 10: Auf der mittleren Schiene 55 bis 60 Minuten backen. Die Stäbchenprobe zeigt, ob der Kern durchgegart ist.
Schritt 11: Den Kuchen 10 Minuten in der Form auf einem Kuchenrost ruhen lassen, dann auf den Rost stürzen.
Schritt 12: Kuvertüre mit dem Öl schmelzen, über den ausgekühlten Kuchen gießen und mit Kirschen und Puderzucker dekorieren.
Notizen
Tipps für das Gelingen
Butter und Eier sollten Zimmertemperatur haben, dann verbindet sich der Teig besser und wird gleichmäßig locker.
Die Kirschen gut abtropfen lassen und mit Mehl bestäuben, damit sie nicht auf den Boden der Form sinken.
Die Eier einzeln einrühren und jedes vollständig aufnehmen lassen, damit der Teig nicht gerinnt.
Die Stäbchenprobe macht man am besten kurz vor Ende der Backzeit. Bleibt kein feuchter Teig am Stäbchen kleben, ist der Kuchen fertig.
Den Kuchen nach 10 Minuten stürzen. Wartet man zu lange, kann er in der Form festkleben.
Die Kuvertüre erst auf den vollständig ausgekühlten Kuchen gießen, sonst läuft sie ab und wird nicht schön glänzend.
Nährwerte pro Stück, Circa-Angaben und gerundet: etwa 430 kcal, 25 g Fett, 41 g Kohlenhydrate, 6 g Eiweiß, 2 g Ballaststoffe. Die Werte sind Schätzungen auf Basis der Zutaten und keine Nährwertberatung.
So backst du den Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf Schritt für Schritt
Backofen auf 175 °C (347 °F) Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Gugelhupfform mit Butter einfetten und mit Mehl bestäuben.
Sauerkirschen abtropfen lassen und mit einem Esslöffel Mehl bestäuben, damit sie im Teig nicht absinken.
Butter, Zucker und Vanillezucker etwa 5 Minuten hell und cremig aufschlagen.
Die Eier einzeln einrühren und jedes Ei erst vollständig aufnehmen lassen.
Mehl, Backkakao, Backpulver und Salz in einer zweiten Schüssel mischen.
Mehlmischung und Milch abwechselnd unter die Buttermasse rühren, bis ein glatter Teig entsteht.
Kirschwasser einrühren und den Teig kurz aufschlagen, damit sich das Aroma verteilt.
Die abgetropften Kirschen mit einem Teigschaber vorsichtig unterheben.
Den Teig in die vorbereitete Form füllen und die Oberfläche glattstreichen.
Auf der mittleren Schiene 55 bis 60 Minuten backen. Die Stäbchenprobe zeigt, ob der Kern durchgegart ist.
Den Kuchen 10 Minuten in der Form auf einem Kuchenrost ruhen lassen, dann auf den Rost stürzen.
Kuvertüre mit dem Öl schmelzen, über den ausgekühlten Kuchen gießen und mit Kirschen und Puderzucker dekorieren.
5 geniale Tipps für perfekt saftig
Der Titel verspricht fünf Tipps, und genau diese fünf entscheiden über das Ergebnis.
Butter und Zucker wirklich lange aufschlagen. Fünf Minuten sind kein Richtwert, sondern die Grundlage für eine feine Krume. Kalte Butter bindet schlechter, nimm sie 30 Minuten vorher aus dem Kühlschrank.
Kirschen vorher bestäuben. Ein Esslöffel Mehl auf den abgetropften Kirschen hält sie in der Schwebe. Ohne diesen Griff landen sie alle am Boden der Form.
Form gründlich vorbereiten. Butter in jede Rille, danach Mehl oder Backtrennspray. Genau hier entscheidet sich, ob der Gugelhupf später heil aus der Form kommt.
Nach dem Backen 10 Minuten warten. Zu früh gestürzt, bricht der Kranz auseinander. Zu spät gestürzt, klebt er fest. Zehn Minuten in der Form sind der richtige Moment.
Glasur erst auf den kalten Kuchen. Auf warmem Teig verläuft die Kuvertüre und zieht in die Krume ein. Warte, bis der Gugelhupf vollständig ausgekühlt ist.
Backzeit anpassen. Jeder Ofen backt anders, und eine Keramikform braucht länger als eine Metallform. Prüfe nach 50 Minuten mit einem Zahnstocher und verlängere in Fünf-Minuten-Schritten, bis er sauber herauskommt.
Formgröße. Eine Form von 22 cm ergibt einen höheren Kranz und braucht die volle Backzeit. Bei 24 cm wird der Ring dünner, hier reichen oft 45 bis 50 Minuten.
Alternative zur Torte. Wer die klassische Springform-Version kennt, erkennt den Geschmack sofort wieder. Nur das Stapeln entfällt, was den Gugelhupf zur entspannten Variante für die Kaffeetafel macht.
Servieren: Was passt zum Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf?
Zum Kaffee passt der Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf am besten. Die Bitterstoffe gleichen die Süße der Glasur aus, ohne das Kirschwasser zu übertönen. Wer es milder mag, greift zu schwarzem Tee mit einem Hauch Zitrone.
Ein Glas kalte Milch ist bei Kindergeburtstagen die sicherste Wahl, heiße Schokolade betont die Kakaonote im Teig. Als Dessert funktioniert ein Stück Gugelhupf mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Klecks warmer Kirschsauce.
Für das Buffet schneidest du den Kranz mit einem langen, in heißes Wasser getauchten Messer in Stücke. So bleiben die Schnittkanten sauber und die Kirschen sichtbar. Ein Tortenheber mit breiter Fläche hilft, weil die Stücke weich sind.
Wer den Gugelhupf auf einer Tortenplatte anrichtet, sollte sie vorher kurz kalt stellen. Die Glasur bleibt dann länger fest und glänzt, statt stumpf zu werden.
Der Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf hält sich besser als ein Blechkuchen, weil die kompakte Form weniger Angriffsfläche für trockene Luft bietet. In einer geschlossenen Dose bleibt er bei Raumtemperatur mehrere Tage saftig.
Die Glasur gehört nur bedingt in den Kühlschrank: Kuvertüre wird dort matt und bekommt einen Grauschleier. Besser ist es, den Kuchen unglasiert zu lagern und erst am Serviertag zu überziehen.
Zum Einfrieren wickelst du den ausgekühlten Kranz in Frischhaltefolie und anschließend in Alufolie. Taue ihn über Nacht im Kühlschrank auf und glasiere ihn erst danach.
Häufige Fragen zum Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf
Wie lange muss der Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf backen?
Der Kranz backt 55 bis 60 Minuten bei 175 °C Ober-/Unterhitze. Fertig ist er, wenn ein Zahnstocher sauber herauskommt und die Oberfläche auf leichten Fingerdruck zurückfedert. Bei Umluft backst du etwa 20 °C kühler, also bei 160 °C, und prüfst ab Minute 45. Eine Keramikform braucht meist etwas länger als eine Metallform.
Warum bleibt mein Gugelhupf in der Form hängen?
Meist wurde eine Rille nicht gefettet oder der Kuchen zu lange in der Form gelassen. Fette die Form mit weicher Butter in jeder Vertiefung und bestäube sie mit Mehl. Nach dem Backen ist der richtige Moment nach 10 Minuten Ruhezeit gekommen: Dann löst du den Rand mit einem Messer und stürzt den Kranz.
Kann ich den Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf ohne Kirschwasser backen?
Ja. Ersetze das Kirschwasser durch den aufgefangenen Kirschsaft oder durch alkoholfreies Kirscharoma. Der Geschmack wird milder, der Kuchen bleibt aber saftig und aromatisch. Für Kinder ist die alkoholfreie Version die bessere Wahl, weil dann kein Alkohol im Teig steckt. Die Backzeit ändert sich dadurch nicht.
Warum sinken meine Kirschen auf den Boden?
Frische oder feuchte Kirschen sind schwerer als der Teig und rutschen nach unten. Lass sie gründlich abtropfen und bestäube sie mit einem Esslöffel Mehl, bevor du sie unterhebst. Auch ein fester Teig hilft: Wenn er zu flüssig ist, kann er die Kirschen nicht in der Schwebe halten.
Kann man den Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf einfrieren?
Den unglasierten Kranz kannst du bis zu drei Monate einfrieren. Der glasierte Kuchen hält im Gefrierfach etwa einen Monat, verliert dabei aber an Glanz. Besser ist es, nur den Teig einzufrieren und ihn am Serviertag mit frischer Kuvertüre zu überziehen. So bleibt der Überzug gleichmäßig.
Fazit: Dein Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf wartet
Ein Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf bringt den Klassiker in eine Form, ohne dass du Schichten stapeln musst. Der lockere Kakaoteig, die säuerlichen Kirschen und das Kirschwasser bleiben genau so, wie sie sein sollen.
Probiere den Schwarzwälder-Kirsch-Gugelhupf beim nächsten Kaffeeklatsch, zum Geburtstag oder zur Festtagstafel aus. Welche Variante backst du zuerst, mit Kirschwasser oder alkoholfrei?
Bewerte das Rezept gern mit Sternen und schreib uns in die Kommentare, wie dein Gugelhupf geworden ist. Teile das Ergebnis außerdem auf Pinterest oder Instagram mit dem Hashtag #SchwarzwaelderKirschGugelhupf.
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